Wie Blickkontakt deine Verbindung zum Publikum prägt

 
 
Photo by Remy Loz on Unsplash

Photo by Remy Loz on Unsplash

 

Der Erfolg deiner Rede oder Präsentation hängt von Blicken ab. Genauer: von wirklichem Blickkontakt: er ist dein stärkstes Mittel, um eine positive Verbindung zu deinem Publikum aufzubauen – und auch zu halten.
 

Du stehst allein im Fokus der Aufmerksamkeit

Natürlich ist es eine große Herausforderung, wenn du bei einer Rede oder Präsentation allein vor Leuten stehst. Du bist exponiert und alle sehen dich an. Erwartungsvoll noch dazu, vielleicht sogar kritisch.

Deine Zuseher sind ‚viele‘ – und bilden eine Gruppe. Sie können sich neben- und hintereinander ein Stück weit verstecken.

Verstecken kannst du dich natürlich nicht, wenn du vor Menschen redest. Und genau diese Wahrnehmung von ‚Ich bin da draußen allein und alle sehen mich an‘, führt oft zu großer Verunsicherung. Im Vorfeld löst allein die Vorstellung davon Lampenfieber aus.

Nervosität und Lampenfieber aktivieren alle Systeme des Körpers und lösen eine innere Kampf-oder-Flucht-Reaktion aus. Der Steinzeitmensch in uns Menschen ist eben immer noch aktiv.
 

Vogel-Strauß-Taktik als Strategie gegen Lampenfieber

Wer nicht richtig kämpfen und auch nicht wirklich flüchten kann, wählt oft das dritte Reaktionsmuster aus dem Steinzeit-Repertoire: die sogenannte Vogel-Strauß-Taktik. Verstecken und erstarren. Viele Menschen, die vor anderen reden, greifen unbewusst auf sie zurück. 

Vogel-Strauß-Taktik heißt: Kopf in den Sand. Ich sehe die anderen Menschen nicht – und sie sehen mich auch nicht. 

Für das Reden vor Publikum eignet sich diese Taktik leider nicht. Denn sie ist gleichbedeutend mit wenig oder keinem Blickkontakt. Wenn du möchtest, dass deine Gedanken ankommen, musst du sie 'senden'. Und dabei hilft der nonverbale Kanal über wirklichen Blickkontakt enorm. 
 

Jeder Blick bringt dich in Kontakt mit deinen Zuhörern

Im Wort Blickkontakt steckt das entscheidende Wort drin: es geht um ‚Kontakt‘. Denn nur, wenn du diesen Kontakt zu deinen Hörern aufbaust, kannst du ihre Reaktionen einschätzen und dein Sprechen darauf ausrichten.

Du musst deine Zuhörer ansehen, um mitzubekommen, ob sie gedanklich ‚bei dir‘ sind oder ob du sie irgendwo verloren hast. So bekommst du mit, ob jemand begeistert immer wieder mit dem Kopf nickt und auf der Stuhlkante nach vorne rutscht. Oder ob jemand die Arme verschränkt und eine Stirnfalte nach der anderen aufzieht.
 

Nicht vorhandener Blickkontakt verunsichert

Es kann auf Hörer-Seite leicht zu Irritationen kommen, wenn du keinen Blickkontakt aufnimmst. Da fangen dann die Mutmaßungen an, vor denen du dich als Sprecherin wahrscheinlich fürchtest: Ist sie verunsichert? Ah, wir sind ihr eigentlich gleichgültig! Der glaube ich kein Wort! Die beachtet mich gar nicht …

Wichtig ist Blickkontakt auch, weil sich deine Zuhörer dadurch angesprochen und wahrgenommen fühlen. Sie hören dir zu und schenken dir ihre Aufmerksamkeit – dafür wollen sie auch beachtet werden.

Blickkontakt fällt uns nämlich am stärksten auf, wenn er nicht vorhanden ist. Dann fangen wir an, drüber nachzudenken, was wir gerade vermissen. Leider nimmt Blickkontakt bei zunehmender Verunsicherung immer mehr ab. Das gleiche passiert auch, wenn du besonders auf etwas konzentriert bist.
 

Nimm trotz Nervosität Blickkontakt zu deinem Publikum auf

Für das Sprechen vor Publikum ist diese Erkenntnis wichtig! Erinnere dich trotz Nervosität oder der Fokussierung auf deine Inhalte daran, bewusst Blickkontakt aufzunehmen.

Andersrum: guter Blickkontakt vermittelt Gesprächsbereitschaft und Aufmerksamkeit. Als wichtiges nonverbales Mittel unterstützt er die Wirkung deiner Worte. Darüber hinaus signalisiert Blickkontakt deinen Zuhörern Selbstsicherheit.
 

Du schaust immer eine Person an

Blickkontakt ist immer eine Kontakt-Aufnahme zwischen 2 Partnern. Auch, wenn 100 Personen vor dir sitzen. Du kannst ja nicht 2 oder mehr Personen gleichzeitig in die Augen sehen! Genau so funktioniert das Aufnehmen von Blickkontakt auch: nacheinander. One at a time. 

Nimm also zu einem deiner Zuhörer Blickkontakt auf. Der sollte mindestens so lange anhalten, dass beide Personen ihn bewusst wahrnehmen können – du und dein ‚momentaner Gesprächspartner‘.

Dann wechsle zu einer anderen Person und schenke ihr mit deinen Blicken die Aufmerksamkeit. Achte darauf, dass du die Menschen, die am Rand sitzen, nicht auslässt. Und auch die Personen in der letzten Reihe wollen beachtet werden.
 

Blickkontakt aufzunehmen darf dir leicht fallen

Du darfst natürlich mit Menschen anfangen, bei denen es dir leicht fällt. In jedem Publikum sitzen freundliche, zugewandte Leute, die dich offen anblicken. Es ist okay, diese Personen als ‚Anker‘ zu verwenden und so eine Basis der Stärke aufzubauen.

Wechsle zwischen ihnen mit deinen Blicken. Dadurch wirst du auch andere Personen streifen. So kommst du nach und nach während deines Sprechens mit immer mehr Menschen in Kontakt – sodass sich jede und jeder einzeln angesprochen fühlt.

So kommen wirkliche Beziehungen zustande. Und du kommst mit deiner Botschaft wirklich an. Blick für Blick.