Kill Your Darlings – warum du deine Rede kürzen solltest

 
 
Photo by Damian Zaleski on Unsplash

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Kennst du das Prinzip von ‚Kill Your Darlings‘? Das ist eine wunderbare Sache, und höchst effektiv am Ende einer Rede-Vorbereitung.

Beim Ausarbeiten deiner Rede oder deines Vortrags wirst du alles reinpacken wollen, was dir wichtig ist. Alles, was du deinem Publikum unbedingt mitteilen willst. Und dann noch dies und das, ach, und jene Geschichte passt dann auch noch so gut dazu…

Du schreibst alle deine Ideen auf, formulierst deine Rede, bereitest deine Stichwortzettel vor. Und dann: ab vors Publikum damit?

Nein, warte noch einen Moment.

Lass deine Präsentation noch mal liegen, ein paar Stunden oder Tage. Je nachdem, wieviel Zeit du hast. Und wenn du zu ihr zurückkehrst, schau noch mal mit frischem Blick auf alles, was du bis dahin vorbereitet hast – und fang an zu kürzen.
 

Du kürzt deine Rede für dein Publikum

Das ist ein entscheidender Schritt. Denn im Bemühen, wirklich gut und ausführlich zu informieren, werden Reden oft zu voll gepackt. Man will dem Publikum ja nichts vorenthalten – und jeder Gedanke erscheint plötzlich als wichtig.

Doch für ein nicht vorbefasstes Publikum ist die Übersichtlichkeit der Redeinhalte entscheidend. Einfache Strukturen. Klar nachvollziehbare Gedanken. Das Wichtigste zuerst. Und ein roter Faden, der alles verbindet.

Und gerade dieses Einfache, Übersichtliche fehlt meistens nach dem ersten Vorbereitungs-Schwung noch. Mit dem zweiten oder dritten Blick auf die Rede wird es zunehmend leichter, sich von Unwichtigem zu trennen.

Klar, das ist manchmal hart. Gerade, wenn du viel Zeit und Energie in die Vorbereitung deiner Inhalte gesteckt hast. Doch du kürzt deine Rede für dein Publikum; du nimmst ihm nichts weg.

Indem du dich auf das Klare, Notwendige, das Wichtigste beschränkst, eröffnest du deinen Zuhörern wirklich die Möglichkeit, dir bei all deinen Ausführungen zu folgen.
 

Was wirklich wichtig ist, darf bleiben.

Ich mag das ‚Kill Your Darlings‘ Prinzip nicht nur in Bezug auf Reden und Vorträge, sondern kenne es auch vom Theater. Da ist es eine sehr beliebte Übung! Während fortgeschrittener Proben machen sich Theaterleute regelrecht einen Sport daraus.

Es wird ‚ausgemistet‘ und alles Unwichtige ausgesiebt. Während der Proben sind viele Ideen entstanden und in manche Einfälle hat sich das Team regelrecht ‚verliebt‘: in die Darlings.

Am Ende eines Probenzeitraums wird geschaut, was wirklich wichtig ist und vom Publikum auch nachvollzogen werden kann. Das darf bleiben. Der Rest fliegt raus. Oft mit einem weinenden Auge, aber gnadenlos.

Gekürzt wird immer mit einem Blick auf das Ganze: was ist die wirklich wichtige Botschaft? Was soll unbedingt vermittelt werden?
 

Eine kürzere Rede bedeutet mehr Zeit für Handlungen

Diese Kürzungen tun Theater-Abenden ebenso gut wie Reden und Präsentationen. Inszenierungen dauern plötzlich eine halbe Stunde weniger. Reden lassen sich oft um ein Drittel oder mehr kürzen.

Es ist immer besser, kurz und einprägsam zu sprechen – als das Publikum bei der 17. Rede-Abzweigung zu verlieren. So verankern sich deine Inhalte schneller und erfolgreicher im Gedächtnis des Publikums und können von allen in neue Gedanken und Handlungen umgesetzt werden.