Der Untergang der Titanic

 
 

Der Untergang der Titanic von Hans-Magnus Enzensberger

Stück

2012 jährte sich der Untergang der Titanic zum 100. Mal. Enzensbergers monumentaler Text wurde uns zur idealen Folie, um dieses große Unglück in seiner Aktualität für das Heute zu untersuchen.

Denn gerade steht die Welt vor ökologischen und ökonomischen Herausforderungen in nie da gewesenem Ausmaß. Die immer stärker aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich (sowie zwischen Alt und Jung) führt zu großen gesellschaftlichen Problemen und sozialen Spannungen. Der Raubbau an unserem Planeten beendet alle menschlichen Träume über die Beherrschbarkeit der Natur, die taumelnd zurückschlägt. Damit sich zwischen Hybris und ängstlicher Bewahrung des Immer-Gleichen wirklich etwas ändert, müssen diese Themen noch stärker im Bewusstsein der Gesellschaft verankert werden.

Die Arbeit an dieser Inszenierung war eine besondere neue Herausforderung: es galt, für jedes Text-Element dieser Collage eine eigene szenische Welt und starke Bilder zu schaffen. 6 Schauspieler performten die sehr unterschiedlichen 33 Gesänge, die straff gekürzt waren; flüssig miteinander verbunden und rhythmisiert wurden.

 

22. GESANG     Mit dem Rücken zur Zukunft lese ich Grundrisse und Statistiken, und überall lese ich dasselbe: wir sitzen alle in einem Boot; doch: wer arm ist, geht schneller unter.
 

Presse

„Aller Ehren wert ist, was die fantasieerfüllte Regisseurin Beatrix Schwarzbach und ihre sechs beeindruckenden Schauspielerinnen und Schauspieler aus der für die Bühne eigentlich untauglichen Vorlage gemacht haben: eine kluge, zupackend-packende und bildkräftige Kommentierung des ebenso komplexen wie komplizierten Textes.“
Christoph A. Brandner, Fuldaer Zeitung, 16.07. 2012

„‘Der Untergang der Titanic‘: episches Gedicht, Komödie, Katastrophenbericht, Ballett, Erzählung, Schauspiel... Am Ende interessiert es nicht, welche Kategorie für die letzte diesjährige Premiere der Bad Hersfelder Festspiele am besten passt, weil Kategorien nicht zum Verstehen beitragen, und weil man am meisten versteht, wenn man es nicht erwartet hat.“
Klaus Scheuer, osthessen-news.de, 16.07. 2012


 

Bühne   Elena Ortega     IIIII     Kostüme   Christine Haller     IIIII     Musik   Wolfgang Schmidtke     IIIII     Fassung   Beatrix Schwarzbach     IIIII     Fotos   Iko Freese  
Mit   Lydia Schamschulla, Cyril Sjöström, Manfred Stella, Yara Hassan, Livio Cecini, Heinrich Cuipers
Bad Hersfelder Festspiele     IIIII     Juli 2012