FREMDE BETTEN

 
 

FREMDE BETTEN nach dem Roman 'Das Zimmermädchen' von Markus Orths

Stück

'Fremde Betten' ist das Portrait einer eigenwilligen, obsessiven Frau. Als Zimmermädchen putzt Lynn im Hotel Eden und nutzt diese Arbeit, um herauszufinden, wie anderen Menschen Leben gelingt. So bleibt sie immer länger in den Zimmern - bis sie eines Dienstags unter dem Bett eines Gasts verschwindet und die Nacht dort verbringt. Von nun an liegt sie jede Woche unter einem anderen Bett. Eines Nachts belauscht sie den Beischlaf eines Gasts mit dem Callgirl Chiara. Auf diese Frau projiziert Lynnn nun bei bezahlten Treffen ihre eigene Sehnsucht nach Liebe.

Es war uns wichtig, die Geschichte einer Suche zu erzählen: wie findet jemand durch die Beobachtung der anderen langsam zu sich selbst? Dabei haben wir Lynns Weg auch als Emanzipation von einer dominanten Mutterfigur gelesen, die im Hintergrund noch immer das Leben der jungen Frau bestimmt. So lange, bis Lynn in ihrem Bedürfnis nach Verbindung scheitert und eine Entscheidung trifft...

 

LYNN     Weißt du, was das Schöne am Putzen ist? Dass es immer wieder dreckig wird.
 

Presse

"Das gut einstündige Stück (...) spielt gern mit Symbolen. (...) Theater analog mit der puren Lust am Spiel. Triumph des klassischen Erzählens. (...) Es ist die Geschichte einer Obsession und Metapher für die Isoliertheit in der Gesellschaft - das erträumte Stellvertreterleben aus Angst vor dem eigenen. (...) Friederike Drews spielt das (...) mit den klassischen Mitteln des Schauspiels ohne übertriebenen Gestus und bedient sich spielerisch in der Pantomine, im Tanz und im Puppenspiel. Ein gelungener Theaterabend literarischen Anspruchs."
Martin Meyer, Ostsee Zeitung, 05.10.2016

 

Ausstattung    Maria Frenzel     IIIII     Dramaturgie   Martin Stefke     IIIII     Fassung   Martin Stefke & Friederike Drews     IIIII      Fotos   Frank Hormann
Mit   Friederike Drews
Volkstheater Rostock     IIIII     September 2016


 

 

DIE MITTAGSFRAU

 
 

DIE MITTAGSFRAU nach einem Roman von Julia Franck

Stück

Für 'Die Mittagsfrau' bekam Julia Franck 2007 den Deutschen Buchpreis verliehen. In der Kindheit der Hauptfigur spielt der Roman in Bautzen: ihn als Theaterstück dort auch auf die Bühne zu bringen, lag nahe und war eine besondere Freude.

Der Fokus der Inszenierung, an der 90% des Bautzener Ensembles beteiligt waren, lag auf dem Schicksal der hoch begabten Helene, die durch familiäre Umstände und zwischen zwei Weltkriegen in einer männlich dominierten und restriktiven Welt langsam zermürbt wird. 

Daraufhin tut sie das scheinbar Unfassbare: sie lässt ihren Sohn allein am Bahnhof zurück.

Die Herausforderung war, diesen kontrovers diskutierten Schritt nachvollziehbar zu machen und nach den möglichen Beweggründen zu forschen.  Darüber hinaus war es uns ein Anliegen,  über eine individuelle Frauen-Biografie hinaus ins Heute und auf die noch immer virulente ungleiche Chancenverteilung zwischen den Geschlechtern, sowie die dadurch entstehenden gesellschaftlichen Probleme zu weisen.
 

HELENE     Wenn ich jedes Buch mit dir zusammen lesen könnte, wär ich glücklich.
 

Presse

„Die Bautzener Premiere von Julia Francks `Die Mittagsfrau` ist ein bewegendes Schauspielfest. (...) Regisseurin Beatrix Schwarzbach (...) lässt ihren Akteuren reichlich Auslauf und weckt dabei große Lust am Spiel. (...) Eine leichte Straffung hätte dem harten Tobak, den die Geschichte in fast drei Stunden bei der Premiere am Mittwoch im Großen Saal artgerecht verströmt, noch nachhaltiger gemacht, ohne ihm die Bitternis zu nehmen.
Es bleibt dennoch eine der seltenen Prosa-Adaptionen, die das Original in Sprache, Stimmung und Dichte nicht verzerren oder gar beschädigen. Ein gelungener Abend für Freunde des ausgespielten und ernsten Theaters.“
Andreas Herrmann, Sächsische Zeitung, 03.05.2013

„'Die Mittagsfrau' (Regie Beatrix Schwarzbach) nach dem Roman von Julia Franck: Ein aufwendiger Bilderbogen, der Lebensgeschichten mit Zeitgeschichte zwischen den Weltkriegen verbindet. Ein hartes Stück. Die beiden Schwestern Helene und Martha (Lilli Jung und Anna Marie Lehmann) werden mit Kriegsausbruch 1914 abrupt aus ihrer Bautzener Kindheit gerissen. Helenes Weg folgt dem der äußeren Katastrophe: in eine moralische Zerrüttung. (…) So lässt sie am Ende, der hier auch der Anfang der Inszenierung ist, ihren siebenjährigen Sohn 1945 nach Kriegsende einfach allein auf dem Bahnhof in Stettin stehen und verschwindet. Wie kann eine Mutter so etwas tun? Das fragt sich nicht nur das Bautzener Publikum angesichts seiner ehemaligen Mitbürgerin. (…) Julia Francks bittere Auskunft: ‘Die Mutter ist blind am Herzen.’”
Gunnar Decker, Theater der Zeit, Januar 2014
 

 

Bühne & Kostüme   Katharina Lorenz     IIIII     Dramaturgie   Eveline Günther     IIIII     Fotos   Miroslaw Nowotny     IIIII     Musik   Tasso Schille     IIIII     Fassung   Eveline Günther & Beatrix Schwarzbach
Mit   Mirko Brankatschk, Marian Bulang, Jonas Lauenstein, Lilli Jung, Anna Marie Lehmann, Katja Reimann, Oda Pretzschner, Therese Thomaschke, u.a.
Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen     IIIII      Erstaufführung     IIIII     Mai 2013

 

 

DER KAKTUS

 
 

DER KAKTUS von Juli Zeh

Stück

In Zeiten beständiger Warnungen vor Terrorismus und einem gleichzeitigen Hochfahren der Sicherheitssysteme, verbunden mit immer mehr Überwachung präsentiert sich 'Der Kaktus' als ebenso hoch aktuelle wie bitterböse Satire.

Uns war es wichtig, die Figuren mit ihren Ängsten, Überzeugungen und auch mit ihrer Paranoia so plastisch wie möglich zu gestalten und situativ besonders dicht zu arbeiten. Das Akzeptieren des Kaktus als ernstzunehmenden Spielpartner in jeder Situation war besonders reizvoll. Wir sind  intensiv der Frage nachgegangen, inwieweit uns die allgegenwärtige Überwachung bewusst ist – oder ob wir sie schon so weit akzeptiert haben, dass sie langsam alle Mitmenschlichkeit zerfrisst.

 

CEM            Baut der Bomben?
JOCHEN     Das gilt es herauszufinden. Und zwar schnell.

 

Presse

„Die Schauspieler bewältigen den Irrsinn in atemberaubender Geschwindigkeit, mit haarsträubenden Dialogen und aberwitziger Situationskomik. (...) Ein treffliches Stück provokanter Aufklärung. Man kann nur hoffen, dass die Absolventen der Meininger Polizeischule nicht das Weihnachtsmärchen besuchen, sondern den ‚Kaktus‘.“
Siggi Seuss, Mainpost, 11.12.2012

„Es ist nicht weniger als eine griechische Tragödie, die die Regisseurin Beatrix Schwarzbach am Nikolaustag zur Premiere gebracht hat. Schuldlos in Schuld geraten alle Figuren, egal wie sie sich im Angesicht des schweigenden Terroristen-Kaktus auch entscheiden werden. (...) Die Botschaft ist angekommen, das Lachen ist im Halse stecken geblieben.“
MT-FW, 8.12.2012


 

Bühne & Kostüme   Juliette Collas     IIIII     Dramaturgie   Dirk-Olaf Hanke     IIIII     Fotos   foto-ed Meiningen
Mit   Florian Beyer, Vivian Frey, Matthias Hörnke, Anne Rieckhof, Ulrich Kunze
Südthüringisches Staatstheater Meiningen     IIIII     Dezember 2012

 

DER UNTERGANG DER TITANIC

 
 

DER UNTERGANG DER TITANIC von Hans-Magnus Enzensberger

Stück

2012 jährte sich der Untergang der Titanic zum 100. Mal. Enzensbergers monumentaler Text wurde uns zur idealen Folie, um dieses große Unglück in seiner Aktualität für das Heute zu untersuchen.

Denn gerade steht die Welt vor ökologischen und ökonomischen Herausforderungen in nie da gewesenem Ausmaß. Die immer stärker aufklaffende Schere zwischen Arm und Reich (sowie zwischen Alt und Jung) führt zu großen gesellschaftlichen Problemen und sozialen Spannungen. Der Raubbau an unserem Planeten beendet alle menschlichen Träume über die Beherrschbarkeit der Natur, die taumelnd zurückschlägt. Damit sich zwischen Hybris und ängstlicher Bewahrung des Immer-Gleichen wirklich etwas ändert, müssen diese Themen noch stärker im Bewusstsein der Gesellschaft verankert werden.

Die Arbeit an dieser Inszenierung war eine besondere neue Herausforderung: es galt, für jedes Text-Element dieser Collage eine eigene szenische Welt und starke Bilder zu schaffen. 6 Schauspieler performten die sehr unterschiedlichen 33 Gesänge, die straff gekürzt waren; flüssig miteinander verbunden und rhythmisiert wurden.

 

22. GESANG     Mit dem Rücken zur Zukunft lese ich Grundrisse und Statistiken, und überall lese ich dasselbe: wir sitzen alle in einem Boot; doch: wer arm ist, geht schneller unter.
 

Presse

„Aller Ehren wert ist, was die fantasieerfüllte Regisseurin Beatrix Schwarzbach und ihre sechs beeindruckenden Schauspielerinnen und Schauspieler aus der für die Bühne eigentlich untauglichen Vorlage gemacht haben: eine kluge, zupackend-packende und bildkräftige Kommentierung des ebenso komplexen wie komplizierten Textes.“
Christoph A. Brandner, Fuldaer Zeitung, 16.07. 2012

„‘Der Untergang der Titanic‘: episches Gedicht, Komödie, Katastrophenbericht, Ballett, Erzählung, Schauspiel... Am Ende interessiert es nicht, welche Kategorie für die letzte diesjährige Premiere der Bad Hersfelder Festspiele am besten passt, weil Kategorien nicht zum Verstehen beitragen, und weil man am meisten versteht, wenn man es nicht erwartet hat.“
Klaus Scheuer, osthessen-news.de, 16.07. 2012


 

Bühne   Elena Ortega     IIIII     Kostüme   Christine Haller     IIIII     Musik   Wolfgang Schmidtke     IIIII     Fassung   Beatrix Schwarzbach     IIIII     Fotos   Iko Freese  
Mit   Lydia Schamschulla, Cyril Sjöström, Manfred Stella, Yara Hassan, Livio Cecini, Heinrich Cuipers
Bad Hersfelder Festspiele     IIIII     Juli 2012

 

MARATHON

 
 

MARATHON von Claude Confortés

Stück

Drei Männer, ein Marathon: das Publikum ist live dabei, wie die berühmten 42 Kilometer (in leicht gekürzter Form) gelaufen werden. Die Nerven liegen blank, wenn drei etwas abgehängte Sportler enthusiastisch und mit allen Mitteln mit- und gegeneinander um den Sieg kämpfen. Konzipiert als Wander-Stück durch die rund um Bautzen liegenden Ortschaften, war ein einfach aufzubauendes und kleines Bühnenbild wichtig. Erarbeitet und zur Premiere gebracht wurde die Inszenierung auf Sorbisch, um in der darauf folgenden Spielzeit dann auch ins Deutsche übertragen zu werden.

Für 'Marathon' haben wir eine clowneske Spielweise gewählt. Es ist ein unterhaltsames Stück, mit dem ein verschmitzter Blick auf die Selbst-Quälereien geworfen wird, die durch eigene Ansprüche entstehen.
 

KEVIN     Ich laufe nicht, um das Leben zu vergessen. Ich laufe, um es zu verändern.
 

Presse

„Fünf bis sieben Kilometer ‚laufen‘ die Akteure in der neuen Inszenierung ‚Marathon‘. (...) Zur Freude der Zuschauer hat der für seine Vielseitigkeit bekannte Mirko Brankatschk zwei ebenbürtige Partner neben sich.
Auch wenn alle drei keine Chance auf den Sieg haben, bleibt kein Zuschauerauge trocken. (...) Dennoch gibt es Gewinner im Saal. Das sind vor allem die jüngeren Zuschauer, die dem Stück und den Leistungen aller Beteiligten mit großer Sympathie gegenüberstehen.“
A. Arlt, Sorbische Nachrichten, 11.10.2011

 

Bühne & Kostüme   Katharina Lorenz     IIIII     Dramaturgie   Madlenka Scholze     IIIII     Fotos   Miroslaw Nowotny
Mit   Mirko Brankatschk, Tomasz Kliemann/Jonas Lauenstein, István Kobjela
Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen     IIIII     Oktober 2011

 

SOMMER MIT MÄDCHEN

 
 

SOMMER MIT MÄDCHEN von Kai Hensel

Stück

Zwei Frauen, die seit Teenager-Tagen schuldhaft miteinander verbunden sind, sehen sich nach vielen Jahren wieder. Die eine ist jetzt eine gefeierte Autorin, die andere eine arbeitslose Schauspielerin. In ihren Kampf wird eine dritte, jüngere Frau, ebenfalls Schauspielerin, hinein gezogen und zum Spielball der beiden älteren.

Dieses Stück bietet die Möglichkeit, Fragen rund um weibliche Identität zu stellen: Was passiert, wenn das Selbstbild nur durch das Außen und Äußeres definiert wird? Welche Arten der Selbstverleugnung muten sich gerade Frauen zu, um anerkannt zu werden und um sich zugehörig zu fühlen? Welche Rolle spielen Männer dabei – auch, wenn sie gar nicht physisch anwesend sind? Wir fanden es spannend, mit dieser Inszenierungeine Vielfalt an weiblichen Verhaltensweisen in ihren gesellschaftlichen Abhängigkeiten auszuloten und zuzuspitzen.

 

BETTINA     Sie will mir eine Rolle verschaffen. Serviermädchen, vermutlich. Zwei Drehtage in der Unschärfe.


Presse

„Durch das geniale Zusammenspiel der drei Darstellerinnen tun sich die menschlichen Abgründe, die Schwächen, die Ängste und die unguten narzisstischen Bedürfnisse auf, um die es in Kai Hensels Psychostück geht. (...)
Mit voller Wucht kehrt am Schluss die Erniedrigung zurück, die einst Halbwüchsige einem Mädchen angetan haben. Welche erschütternden Formen Rache und Selbstschutz annehmen können und wie erpressbar jemand ist, der unbedingt nach oben will, das zu zeigen gelingt der Inszenierung ganz vorzüglich.“
Ines Eifler, Sächsische Zeitung, 02.05.2011


Bühne & Kostüme   Katharina Sichtling     IIIII     Dramaturgie   Eveline Günther     IIIII     Fotos   Thomas Jänchen
Mit   Carolin Hartmann, Lilli Jung, Katja Reimann
Deutsch-Sorbisches Volkstheater Bautzen     IIIII     April 2011

 

SONNY BOYS

 
 

SONNY BOYS von Neil Simon
 

Stück

Plastische Figuren, schnelle Dialoge, präzise zu setzende Pointen, ein Feuerwerk an Komik – und das alles vor einem ernsthaften Hintergrund: dieses Stück zu machen, war ein Geschenk. Ich liebe die handwerklichen Herausforderungen, vor die einen ganz besonders Komödien stellen.

Mit 'Sonny Boys' wollten wir die tiefe Tragödie ausloten, die das Bewusstsein mit sich bringt, nicht mehr viel an Leben vor sich zu haben. Wie wunderbar, wenn sich das Wissen um die eigene Endlichkeit im Lachen des Publikums auflöst und alle für einen Moment mit dem Jetzt verbindet.

Darüber hinaus fanden wir diese Fragen spannend: Was bleibt von einem erfolgreich im Rampenlicht verbrachten Leben?  Welche Art von Erfolg macht ein Leben zu einem guten? Was zählt am Ende wirklich?

Insofern ist es ein großartiges Stück gerade für Theatermenschen, um einen liebevoll-kritischen Blick auf die eigene Branche und den immanenten Erfolgsdruck zu werfen.
 

WILLIE     Man weiß nie, wann man ein Filmangebot kriegt, ein Musical, einen Werbespot...
AL              Wann hast du zuletzt gefilmt?


Presse

„Die Regisseurin Beatrix Schwarzbach vertraut in ihrer leicht gekürzten Bühnenfassung den Pointen des Stückes und ihren Hauptdarstellern. Diese nehmen das Geschenk der komödiantischen Glanzrollen dankend an. Sie beharken sich mit jener Kennerschaft für die Schwachstellen des anderen, über die ansonsten nur alte Ehepartner verfügen.“
Richard Mayr, Augsburger Allgemeine, 19.10.2010

„Tempo und Timing waren zu erleben in der „Sonny Boys“-Inszenierung von Beatrix Schwarzbach. Mit wenigen Mitteln deutete Christian Weißenberger im „Dierig“ ein heruntergewohntes New Yorker Apartment an. Dort ließ sie ihre zwei fabelhaften Hauptdarsteller mit den Tücken der Objekte kämpfen und sich prächtiges Verbal-Ping-Pong liefern.“
Florian Welle, Süddeutsche Zeitung, 20.10.2010


 

Bühne & Kostüme   Christian Weißenberger     IIIII     Dramaturgie   Roland Marzinowski     IIIII     Fotos   Nik Schölzel
Mit   Eberhard Peiker, Philipp von Mirbach, Olga Nasfeter, Werner Galas
Theater Augsburg     IIIII     Oktober 2010

 

bash - STÜCKE DER LETZTEN TAGE

 
 

bash - STÜCKE DER LETZTEN TAGE von Neil LaBute


Stück

bash ist ein abgründiges Stück, das den Zuschauer ganz langsam und wie nebenbei in die tiefsten Sümpfe menschlichen Handelns hinunterzieht. Texte wie dieser machen mir viel Freude beim Inszenieren, weil sie situativ so dicht geschrieben sind.

Zwei Monologe und ein frontal ins Publikum gerichteter Dialog haben geradezu eingeladen, mich in der Regie voll auf die Schauspieler zu konzentrieren. Ich wollte ihnen spielerische Möglichkeiten zu eröffnen, immer tiefer in die Figuren hinab zu steigen. Sie sollten diese in all ihrer Verlogenheit und mörderischer Hybris ausloten können, um der Gesellschaft treffend einen Spiegel vorzuhalten.
 

SUE     es waren bloß zwei männer, die da langgingen... keine große sache.
JOE     kommen aus den büschen, jawohl. allein im park unterwegs. und dieses lächeln.

 

Presse

„Einen bewegenden großartigen Theaterabend hat die junge Regisseurin Beatrix Schwarzbach dem Senftenberger Publikum geschenkt.“
Ulrich Münzberg, Niederlausitz Aktuell, 11.05.2010

„Ein schöner Abend ist „Bash“ (...) gewiss nicht. Aber ein großer. Einer, der dem Publikum so unter die Haut fährt, dass es das Klatschen vergisst. Dabei gibt es jede Menge Gründe, Beifall zu spenden: zuerst dem Autor und seiner grandiosen Vorlage, dann Beatrix Schwarzbach für ihre bestechende Regiearbeit. (...) Es ist erstaunlich, wie genau die 1983 in Wien geborene Regisseurin den Abend im banalen Plauderton und gespickt mit nervös-aufgesetzten Scherzen entwickelt. Das ist derart genau gemacht, dass man mitunter lachen und den Kopf schütteln muss.“
Martin Stefke, Märkische Allgemeine Zeitung, 11.05.2010

"Die Senftenberger Inszenierung stellt die Provokationen LaButes in den Mittelpunkt und spricht den Zuschauer direkt an. Er hat keine Chance sich zu entziehen, ist mitten im Stück. (...) Beatrix Schwarzbachs Inszenierung platzt vor gesellschaftlicher Aktualität. Gefühllose Märkte, skrupellose Banker und verlogene Religiosität mit Doppelmoral verbinden sich zwischen LaButes Stück und unserer Realität."
Lausitzer Rundschau, 11.05. 2010


 

Bühne & Kostüme   Katharina Sichtling   IIIII     Dramaturgie   Esther Undisz     IIIII     Fotos   Steffen Rasche
Mit   Bernd Färber, Eva Kammigan, Maria Prüstel, Benjamin Schaup
Neue Bühne Senftenberg     IIIII     Mai 2010

 

MARIA MAGDALENA

 
 

MARIA MAGDALENA von Friedrich Hebbel

Stück

'Maria Magdalena' beschreibt eine Welt, in der Kinder und Eltern durch Schuld und Schulden verbunden sind. Eine Welt, in der die Angst vor Statusverlust und vor dem sozialen Abstieg regiert. Wo der Blick der anderen auf einen selbst das Wichtigste ist und drohende Schande der Tod. In dieser Welt kann es kein gutes Leben geben – für niemanden.

Uns hat interessiert, inwiefern sich permanenter Druck von außen auf einen jungen, am Anfang stehenden Menschen auswirkt. Wie kann es passieren, dass eine junge Frau lieber gegen sich selbst Amok läuft – als den Männern und den Umständen, die sie langsam zerquetschen, die Stirn zu bieten? Oder ist Selbstmord am Ende gar der wahre Widerstand?
 

MEISTER ANTON     Ich verstehe die Welt nicht mehr!
 

Presse

„Die junge, in Dresden nicht mehr unbekannte Regisseurin Beatrix Schwarzbach hat mit ‚Maria Magdalena‘ Hebbels bekanntestes ‚bürgerliches Trauerspiel‘ inszeniert, als immer wieder berührendes Familiendrama im großen und kleinen Weltgefüge. (...) Dass es der Regisseurin weitgehend gelungen ist, pures Gefühlstheater zu vermeiden, muss man ihr und den Schauspielern absolut zugute halten.“
Gabriele Gorgas, Sächsische Zeitung, 7.2.2009


 

Bühne & Kostüme   Christina Mrosek     IIIII     Dramaturgie   Kara Kochta      IIIII     Fotos   Hans Ludwig Böhme
Mit   Florian Beyer, Lars Jung, Nele Jung, Nikolai Plath, Michael Schrodt, Helga Werner
Staatsschauspiel Dresden     IIIII     Februar 2009

 

BLACKBIRD

 
 

BLACKBIRD von David Harrower
 

Stück

Vieles an diesem Text reizte mich bereits im Vorfeld besonders: ein reduziertes, aber komplexes Figurenpersonal, ein tief in der Vergangenheit liegender Ursprungskonflikt und das alles in einem klaustrophobischen Raum in Echtzeit spielend.
Denn 15 Jahre nach ihrer letzten Begegnung steht Una plötzlich an seinem Arbeitsplatz vor Ray, der mittlerweile ein neues Leben angefangen hat. Als sie 12 und er 40 war, sind sie miteinander abgehauen. Er saß danach lange als Kinderschänder im Gefängnis, sie wurde als Missbrauchsopfer von der Außenwelt abgeschottet.

Im Team haben uns der Kampf um die Deutung der eigenen Vergangenheit und das damit verbundene Bedürfnis nach Identität interessiert. Der Text hat uns dazu getrieben, permanent eigene Wertungen und Vorurteile zu hinterfragen und die individuellen Wahrheiten der Figuren anzuerkennen. Denn letzten Endes könnte es auch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte gewesen sein...
 

RAY     du warst nicht wie andere kinder.
UNA    ich war ein mädchen.

 

Presse

„Wie lebt man weiter, Jahre später? Wie findet man die Wahrheit in der eigenen Geschichte? Fragen, denen Regisseurin Beatrix Schwarzbach in ihrer Inszenierung sensibel nachspürt.“
Gabriele Gorgas, SZ, 16.09.2008

„Der Regisseurin Beatrix Schwarzbach gelingt es, gemeinsam mit den Schauspielern eine ungewöhnliche Liebesgeschichte glaubwürdig zu erzählen, ohne dafür besonders ausgefallene Theatermittel anzustrengen. Das tut dem Stück gut, weil es den Zuschauer nicht verschrecken, sondern in die eigenen Vorstellungen, Erfahrungen und Urteile verwickeln will, weil es die Debatte provozieren kann über die Grenzen zwischen Liebe und Abhängigkeit, Verantwortung und Missbrauch. Weil es uns mit den Normen konfrontiert, die wir für unser Leben finden, damit es uns nicht entgleitet.“
Caren Pfeil, NN, 16.09.2008


 

Bühne & Kostüme   Francesca Ciola     IIIII     Dramaturgie   Stephan Wetzel     IIIII     Fotos   Hans Ludwig Böhme
Mit   Franziska Beyer, Hans-Christian Seeger
Staatsschauspiel Dresden     IIIII     September 2008

 

 

 

EIN TAG MIT HERRN JULES

 
 

EIN TAG MIT HERRN JULES nach einem Roman von Diane Broeckhoven

 

Stück

Aus diesem wunderbaren, warmen Roman über das Abschied-Nehmen ein spielbares Bühnenstück zu machen, war eine Herzensangelegenheit. Alice findet ihren Mann Jules nach 40 Jahren Ehe eines Morgens tot auf dem Sofa sitzend. Sie nimmt sich einen Tag Zeit, um den Schock zu verarbeiten, das gemeinsame Leben Revue passieren zu lassen und Klarheit darüber zu bekommen, wer dieser Mensch für sie war. Unterstützung bekommt sie dabei von dem autistischen Jungen David, der jeden Tag um 10 Uhr vorbeikommt, um eine Partie Schach mit Herrn Jules zu spielen.

Trotz langer Erzähl-Passagen sollte 'Ein Tag mit Herrn Jules' lebendig werden. Die Figuren wurden in ihren Handlungen zum Teil nur anskizziert, die Schauspieler hörten einander mit größter Wachheit und Offenheit zu.

 

DAVID     Herr Jules ist nicht krank. Herr Jules ist tot.
ALICE      Ja. Ich weiß.


 

Presse

„Helga Werner spielte herzerweichend in „Ein Tag mit Herrn Jules“. Regisseurin Beatrix Schwarzbach bewies damit zuerst im Kleinen Haus, dann im Theater oben, dass nicht die Größe einer Bühne über die Größe einer Inszenierung entscheidet.“
Valeria Heintges, SZ, „Rückblick auf die Saison 07/08 im Sächsischen Schauspiel, 16.7.2008

„Was für Akteure, was für ein Stück! Was für eine stimmige Inszenierung von Beatrix Schwarzbach. Der Text schnörkellos und doch stark und strahlend, weil voller Lust zum und Lust am Leben geschrieben. Einfach, aber nicht einfältig widmet er sich großen Fragen: Wie lebt man weiter, wenn der langjährige Partner fort ist, wie geht man um mit den Dingen, die ungesagt blieben über so viele Jahre? (...) Begeisterter Applaus für einen Abend von seltenem Glanz.“
Valeria Heintges, SZ, 23.11.2007


 

Bühne & Kostüme    Francesca Ciola     IIIII   Dramaturgie   Karla Kochta     IIIII     Fotos   Hans-Ludwig Böhme   
Fassung   Karla Kochta & Beatrix Schwarzbach  
Mit   Florian Beyer, Helga Werner
Staatsschauspiel Dresden     IIIII     Oktober 2007, Deutschsprachige Erstaufführung

 

 

PREPARADISE SORRY NOW

 
 

PREPARADISE SORRY NOW von Rainer Werner Fassbinder

 

Stück

'Preparadise Sorry Now' als Diplominszenierung zu machen, war eine umstrittene Entscheidung. Bis heute aber bin ich froh darüber, es inszeniert zu haben – trotz aller Probleme, vor die uns dieser Text gestellt hat. Mich haben vor allem die Szenenschnipsel rund um das „Moormörderpaar“ Ian Brady und Myra Hindley und deren von Abhängigkeit geprägte Beziehung interessiert: in tiefere Abgründe kann man kaum schauen.

Auch spannend waren die „Contres“, eine Sammlung von Szenen, in denen immer zwei Menschen gegen einen Dritten agieren: in knappster Form galt es, die Situationen klar zu beschreiben und die herrschenden Machtverhältnisse plastisch herauszuarbeiten.

Fassbinders Szenencollage ist ein harter, brutaler Text: 2006 haben wir intern wild darüber diskutiert, inwiefern dieses Stück der 68er Bewegung noch aktuell ist. Seither sehe ich es jedes Jahr auf fürchterliche Weise immer aktueller werden, gerade angesichts von NSU-Terror und zunehmenden Radikalisierungen den Schwächsten der Gesellschaft gegenüber.

 

MYRA     Ich werde immer für gegeben halten, was Sie mir sagen.
IAN         Sich zu unterwerfen ist das Beste für die meisten Menschen.

 

 

Bühne   Martina Mahlknecht     IIIII     Kostüme   Christina Hillinger     IIIII     Fotos   Christina Hillinger
Mit   SchauspielstudentInnen des 3. Jahrgangs des Mozarteums
Centralkino Salzburg     IIIII     Dezember 2006
Diplominszenierung     IIIII     eingeladen zum Körber Studio Junge Regie 2007