Wie uns wirkliches Zuhören miteinander verbindet

 
 
Beitragsbild: unsplash

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Eine liebe Freundin hat mir vor einiger Zeit einen Satz zurück-geschenkt, den ich vor Jahren gesagt haben soll. Ich erinnere mich nicht mehr daran, wann und wo das damals war.  Umso mehr habe ich mich über den wiedergefundenen Satz gefreut: 'Freundschaft, das ist ein Gespräch über viele Jahre.'

In diesem Moment war ich dankbar und habe gestaunt: "Wahnsinn, manchmal hörst du mir genauer zu, als ich mir selbst. " So viele Jahre gehen wir nun schon Seite an Seite. Wir teilen das Leben auf eine ganz spezielle Weise miteinander, reden miteinander – und hören einander zu. 
 

Freundschaft: Zuhören und Verstehen

Wenn ich über #Sisterhood nachdenke, dann bin ich schnell bei den Themen Freundschaft und Zuhören. Es ist ein Geschenk, wenn sich jemand wirklich Zeit nimmt, um zuzuhören, hinzuhören, zu verstehen. Es gibt Kraft, es verbindet und es öffnet. Freundschaften ohne gegenseitiges Zuhören sind nicht denkbar.
 

Mit dem Reden beschäftigt

Darüber hinaus bin ich überzeugt davon, dass die Fähigkeit wirklich zuzuhören, die Basis ist für jedes zwischenmenschliche Verständnis. Für positiv gestaltete Beziehungen und für unsere Gesellschaft als Ganzes.

Auf dieser Grundlage mutet es paradox an, dass wir uns alle so viel mehr mit dem Reden, mit dem richtigen Platzieren unserer Inhalte und mit der Selbst-Präsentation beschäftigen.

Ich nehme mich da gar nicht aus. Schließlich befasse ich mich von Berufs wegen mit präsentem Reden. Und ja, Reden kann man lernen. Natürlich ist es wichtig, für die eigenen Inhalte, Ziele und Projekte einzutreten, Haltung zu beweisen und diese nach außen zu kommunizieren.
 

Zuhören als Basis

Aber. Jedes geglückte Gespräch beginnt mit der Bereitschaft, einander zuzuhören. Auch jede Rede ist im Endeffekt ein Dialog mit dem Publikum. Um sie planen zu können, fragen wir: wo stehen unsere Zuhörer gerade? Was ist ihnen wirklich wichtig? An welchem Punkt begegnen wir einander?

Die Antworten, durch genaues Zuhören und Hinspüren gefunden, werden auf jeder Ebene in die Rede einfließen.

Schließlich: Jedes erfolgreiche Geschäftsprojekt hört seinen Wunschkunden zu und versucht, Wünsche und Bedürfnisse mit seinen Angeboten zu erfüllen. Und die familiären Beziehungen erst: wir alle spüren doch sofort, wie positiv es ins Gewicht fällt, wenn wir uns Zeit füreinander nehmen. 

Trotzdem habe ich oft den Eindruck, dass dem Zuhören in privaten wie beruflichen Beziehungen und auch gesellschaftlich zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Vorwürfe „Du verstehst mich nicht“ oder „Sie hören mir gar nicht zu“ haben Konjunktur – und wurden von uns allen wohl schon mehrfach empfunden, wenn nicht ausgesprochen. Warum ist das so?
 

Keine Zeit, kein Interesse

Zuhören braucht manchmal Zeit – und mehr noch: Ruhe. Beides ist meist ganz schön knapp. Und dann ist oft die Angst groß, als „emotionaler Mülleimer“ benutzt zu werden. Oder es fehlt schlicht das Interesse, sich auf den anderen einzulassen.
 

Einfach DA-Sein

Doch nur durch das Sich-Einlassen können wirkliche Beziehungen entstehen und gestaltet werden. Dabei geht es weder um das Erteilen von Ratschlägen oder das Anbieten von Lösungen. In erster Linie ist Da-Sein gefragt, offenes Aufnehmen.

Das beginnt mit einer  empathischen Grundhaltung und authentischem Auftreten. Ebenso wichtig sind Akzeptanz und eine positive Beachtung der anderen Person.
 

Sich ohne Angst zeigen können

Da Freundschaft und Zuhören so eng miteinander verbunden sind, bedeutet auch #Sisterhood für mich, sich wirklich zeigen zu können. Ohne Angst zu haben, negativ bewertet oder gar verurteilt zu werden. Es bedeutet, vertrauend auf Akzeptanz und Wertschätzung, das eigene Empfinden transparent machen zu können.
 

Was brauchst du?

Auf der zuhörenden Seite heißt es, Blickkontakt zu halten, mit dem ganzen Körper und Geist dabeizusein, Anteil zu nehmen und sich in das Gegenüber hineinzufühlen. Dabei entstehende Pausen auszuhalten, mit sich selbst verbunden zu bleiben, und Geduld zu haben.

Darauf zu vertrauen, dass die Geschichten der anderen die eigene Welt öffnen und bunter machen werden. Fragen, manchmal ohne es auszusprechen: Was brauchst Du? Was für Gefühle, Bedürfnisse und Wünsche stehen hinten dem, was Du mir mitteilst?
 

Ein offenes Ohr verbindet

Ich bin glücklich und dankbar, diese Qualitäten und Momente in so vielen Gesprächen und Beziehungen zu Menschen erlebt zu haben – und weiter leben zu dürfen. Schließlich übersetze ich #Sisterhood für mich in: Schwesterlichkeit. Und das wiederum so: Mit einem offenen Ohr. Verbunden. In Freundschaft. 

Dabei bin ich überzeugt davon, dass ein MEHR von dieser Haltung uns allen und unserer gesamten Gesellschaft gut tut – Frauen und Männern gleichermaßen.

 

Das ist mein Beitrag für die Blogparade der #DMW, in der auf vielfältige Weise der Frage nachgegangen werden konnte, was #Sisterhood bedeutet und warum sie so wichtig ist.